Der Dom zu Verden

Der erste Verdener Dom mag heutzutage eher wie eine Scheune anmuten. Es war eine Holzkirche, von ca 18×6 Metern, der Altarraum maß 4,5×4,5 Meter. Das Gerüst und die Wände waren aus Holz errichtet, ebenso Teile des Fußbodens. Dieser Bau trug ein Reetgedecktes Dach.
Es ist wahrscheinlich, das diese erste Kirche in der Amtszeit von Bischof Waldgar (838-848) entstand. Die Kirche wurde durch ein Feuer zerstört.

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Auf diesen Bau folgte der zweite Verdener Dom eine große und prächtige Holzkirche, die von Bischof Amelung (933-962) erbaut wurde. Die dreischiffige Kirche bestand aus einer Westhalle, einem großen Langhaus von 20×10 m und einem angehobenen Altarraum. Wie der erste Dom fiel auch Bischof Amelungs Gotteshaus einem Feuer zum Opfer.

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Ausgrabungen haben auch Spuren der ersten Steinbauten zu Tag gefördert. Der Neubau des Domes, den Bischof Wugger 1028 weihte, war vor Ort etwas ganz Neues. In seinem Altarraum befanden sich erhöhte Raumgruppen, die den Geistlichen Vorbehalten waren. Das darauf folgende Langhaus war als Basilika ausgestaltet – ein nach antiken Vorbildern streng nach Osten gerichteter, ungewölbter Kirchenraum. Bautechnik und Kirchengestalt waren durch Kirchenbauten im Westen (im besonderen Köln) beeinflusst, was sich leicht erklärt, da der Bauherr zuvor Domprobst in Köln war. Als Baumaterialien standen Findlinge und Raseneisenstein zur Verfügung. Das Gebäude wurde komplett verputzt und ausgemalt.

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Unter Bischof Hermann (1148-1167) wurde ein angemessenes Westwerk in Angriff genommen. Geplant war es mit einer Eingangshalle, einer Empore und zwei achteckigen Türmen. Jedoch ist nur der Turmstumpf des südlichen Turmes fertiggestellt worden, und noch bis heute sichtbar. Der Naturstein für das Untergeschoss wurde von der Porta Westfalica zu Wasser geliefert. Für die Obergeschosse des Glockenturms mit seinen romanischen Schallarkaden wurde eine weiter Neuerung verwendet, Backsteinmauerwerk, im Mittelmeerraum schon seit der Antike heimisch, kam in diesen Breiten erst jetzt zum Einsatz. Also musste natürlich auch das alte Raseneisensteinlanghaus einem modernen Backsteinbau weichen. Die auf den altem Fundamenten erbaute Basilika mit Querschiff und Altarhaus wurde dann durch Bischof Tammo (1181-1188) geweiht.

Der heutige gotische Dom hat seinen Ursprung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Große Experimentierfreude war angesagt, erste Anklänge der Gotik waren erkennbar.

Nach einem Brand im Jahr 1267 dachte man in Verden über den Neubau einer Kathedrale nach. Unter Bischof Konrad I. (1269-1300) nahm das Projekt dann konkrete Formen an.

 Nach dem Vorbild der französischen Gotik, wurde der Grundriss des Altarraums vereinfacht, große Partien des Backsteinmauerwerks mit Werkstein verkleidet und der Innenraum verputzt.
Das Langhaus wurde zunächst nicht Umgebaut.
Das nun zwischen 1290 und 1323 als Halle entstandene Altarhaus mit Querschiffe war ein Erstling unter seinesgleichen, und stand in einem starken Kontrast zu dem noch unveränderten Langschiff.
Der Hochragende, weitgespannte Raum beeindruckte mit seinen von Glasmalerei prunkenden Fenstern und der Fülle an Altären.

Erst 1473 wurden die Arbeiten am Dom unter Bischof Barthold von Landsbergen (1470-1502) wieder aufgenommen. Der unterbliebene Bau des gotischen Langhauses wurde nachgeholt, ansonsten aber nur wenige Änderungen durchgeführt. 1490 wurde der Dom wie er noch heut erhalten ist feierlich geweiht.